Wissenswertes über Dachzelte

Wassersäule

Unter Wassersäule bei wasserdichten Stoffen versteht man den Wasserdruck bei dem der Stoff noch wasserundurchlässig ist. Ein Stoff mit einer angegebenen Wassersäule von 2000 mm  hält einem Wasserdruck in 2 Meter tiefen Wasser stand. Das ist eine Angabe, die im Zeltbau kaum Sinn macht. Mit anderen Worten: wenn das Zelt einen Wasserdruck von 2 m Wassersäule ausgesetzt wäre, wären wir schon ertrunken. Die Stoffe müssen natürlich wasserdicht sein, das sind sie aber auch schon bei einer Wassersäule von 500 mm. Mit zig tausenden Millimetern zu werben ist also Unfug, denn je dicker der Stoff, ist umso unflexibler wird er. Er bricht also auch viel schneller. Erst Recht, wenn wie bei Dachzelten üblich, oft gefaltet wird. Erschwerend kommt hinzu das die UV -Strahlen die Stoffe angreift und verspröden lässt. Zu diesem Thema möchte ich auch mal den Wettbewerb loben: Die australische Firma Goldigear hat ein gutes Video im YouTube veröffentlicht. Unsere Zelte werden in der gleichen Fabrik herstellt und sind baugleich. Es lohnt sich wirklich das Video anzuschauen.

Zeltnähte:

Wichtiger als die Wassersäule sind die Zeltnähte. Beim Vernähen der Zeltplanen

werden im Grunde hunderte kleine Löcher in den Stoff gestanzt. Um das Eindringen von 

Regen zu vermeiden werden bei namhaften Herstellern spezielle Garne verwendet die

in Verbindung mit Wasser aufquellen und so die Nahtlöcher dauerhaft verschließen. 

Die Garnhersteller empfehlen vor dem ersten Gebrauch die Nähte im Abstand von einem Tag 3 mal mit warmen Wasser einzureiben …. Das macht natürlich kaum jemand. Als Folge können beim ersten Regen Minitropfen entstehen und zwar solange bis das Garn aufgequollen ist. Um das  größtenteils zu vermeiden sind alle unsere Rip-Stop Zelte von innen noch zusätzlich mit einem schmalen Tape verschweißt . 

Hartschalenzelte:

Fast alle Hartschalenzelte sind aus GFK gefertigt. GFK steht für Glasfaserkunstoff. Die Glasfasern werden bei der Produktion mit Kunstharz vernetzt. So entsteht ein  Laminat. Außen sollte das Laminat mit einer sogenannten Gelcoat Schicht, ebenfalls ein Kunstharz, geschützt sein. Die Qualität des Laminates ist davon abhängig welche Harze benutzt werden und vor allen Dingen welche Glasfasermatten oder Gewebe eingesetzt werden. Um eine hohe Stabilität zu erreichen werden Glasfasergewebe eingesetzt. Man sollte auch darauf achten wie das Laminat erstellt worden ist. Das klassische Handlaminat hat eine viel höhere Festigkeit als gespritztes Laminat. Dabei werden die Glasfasern und das Harz zusammen aus einer Spritzpistole auf die Form gespritzt. Das kann natürlich nicht eine so stabile Konstruktion ergeben, als wenn ganze gewebte Matten mit Harz getränkt werden. Man sieht es von außen nicht, fragen sie also besser nach! Unsere Zelte werden als Handlaminat gefertigt.

Ganz wichtig ist die Dichtung zwischen der Unterschale und der Oberschale. Einige Hersteller verzichten darauf. Sie soll bei der Fahrt im Regen sicherstellen, dass kein Wasser zwischen die Schalen, und somit in das Zelt eindringt. Auch sollten die beiden Schalen zumindest leicht isoliert sein.

Wir haben bei den Hartschalzelten den überdachten Eingang entwickelt.

Der Eingang lässt sich bei Sturm mit Heringen abzuspannen, das Zelt lässt sich so erheblich stabilisieren. Billige Kopien nützen wenig, wenn das Vordach nicht so konstruiert ist, das es nicht auch Windstärke 6 und mehr verträgt. Es sollte auch Standard sein das Beschläge und Kurbel aus rostfreien Stahl produziert sind und nicht aus verzinkten Beschlägen oder gar Plastikkurbeln.

Hartschalen Automatik Dachzelte? Was sich dahinter verbirgt ist ein Dachzelt, das mit 4 Gasdruckdämpfern ausgerüstet ist. Mit Automatik hat das wenig zu tun , es lässt sich zwar relative schnell aufstellen, aber das Verstauen des Zeltstoffes beim Zusammenpacken ist nicht so einfach, da die Druckdämpfer das Zelt nach unten ziehen und man ewig die Finger dazwischen hat. Die Gasdruckdämpfer sind in den Ecken montiert, so das man viel Platz gerade im Kopfbereich verliert. Der größte Minuspunkt ist allerdings die Windempfindlichkeit. Unserer Tamani hat auch zwei Gasdruckdämpfer. Aber wenn das Fahrzeug gegen den Wind aufgestellt wird, wird der Wind durch die spitze Dachform abgewiesen. Bei rechteckigen Zelten mit vier Gasdruckdämpfern stellt sich das Zelt auf allen Seiten gleichmäßig auf und bietet dem Wind eine große Zeltfläche als Angriffsfläche. Dies wirkt natürlich auch auf die Dämpfer und so knicken sie immer wieder leicht ein. Das kann bei der Getriebe Version nicht passieren. Das Zelttuch wird über das Getriebe stramm gestellt, und kann nicht einknicken. Wir werden die „Automatik“-Zelte mit Gasdruckdämpfern nur noch auf besonderen Kundenwunsch  verkaufen. Wir haben sie zwar sofort ab Lager lieferbar, aber empfehlen sie nicht .

Vorzelte:

Wir haben für alle unsere Softshell-Dachzelte und auch für das Hartschalenzelt „Outback“ entsprechende Vorzelte. Sicherlich verkaufen wir Ihnen diese gerne, aber sie sollten sich überlegen ob sie wirklich eines benötigen. 

Unserer Erfahrung nach nutzen viele das Vorzelt später nicht. Wer also

z.B.eine Norwegenreise plant und jeden Tag den Standort wechselt, wird das Vorzelt nicht benutzen, da es doch ca. 30 min dauert um es aufzubauen. Wer aber lange an einem Standort bleibt und mit Kindern reist, sollte sich für ein Vorzelt entscheiden. Wir haben alle Vorzelte sofort ab Lager lieferbar, also wer sich später für ein Vorzelt entscheidet kann immer noch „nachrüsten“.

Dachlast:

Hier gibt es einige Irritation. Die Dachlast der Fahrzeuge wird immer vom Hersteller für die Fahrt angegeben. Alle modernen Fahrzeuge haben eine zugelassene Dachlast von 100kg während der Fahrt. Wir haben von verschiedenen Herstellern versucht die Dachlast im stehenden Zustand zu erfahren. Es gibt hier von keinem Hersteller verbindliche Information. Unsere Kundenerfahrungen sind jedoch die, dass eine Belastung bis 500 kg im stehenden Zustand kein Problem ist .

Bei Oldtimern sieht das anders aus. Hier sind Dachlasten von 50 kg während der Fahrt keine Seltenheit. Für diese Fahrzeuge wurde unseres leichtes Camargue entwickelt, das mit einem Gesamtgewicht von 25 kg  auskommt. Gesamtgewicht heißt hier ohne Bettzeug und sonstiges was im geschlossenen Dachzelt transportiert wird. Erfahrungswerte im stehenden Zustand liegen hier bis zu 300 kg.

Sie sollten auf alle Fälle die Dachlast Ihres Fahrzeuges beim Hersteller erfragen, auch wenn diese nur für die Fahrt gilt.

Translate »